2008/05/10

auf einem stück papier in einem handschuhfach.

auf einer strasse in berlin: ich stehe vor einem reisebüro und betrachte all das, was so billig glück verspricht. hinter mir quietschen die bremsen eines fahrrades, füße machen geräusche weil sie auf den bürgersteig gesetzt werden.
achtzehn minuten später trinken wir kaffee und drei stunden später betanke ich ein altes cabrio und dreiundzwanzig minuten danach ist mir das reisebüro mit seinen angeboten egal.
vor uns ein stück deutschland, hinter uns ein stück deutschland. das bleibt bis österreich so, dann ist deutschland nur noch ein teil vom stück hinter uns und dann geht es österreich genauso. nach süden. sommer und glück; wie wissende kinder, die alles vergessen können und die welt nur so kennen wollen, wie sie kommt. meine liebe: danke.
das schöne stück italien. in diesem auto ist ein warmer gegenwind noch mehr und für uns beide bleibt die zeit die beste vergangenheit. es sind nicht stunden auf autobahen und landstrassen, es sind jahre in denen man erwachsen wird.
dich zu riechen und zu schmecken, nach einem heissem tag auf einem dünnen landstrich der frech im meer liegt. alles ist mehr und genauso nicht. dein gesicht verzieht sich, erst liebevoll und dann sekunden, ein lidschlag: und alles wird wild und ungezogen. ein sommer macht vieles, dieser wird mich gemacht haben.
irgendwann dann fast rom, ein fast schöner ort, genug unordnung und schmutz und lärm und geschichte und das warme wetter. auf einer toilette: zwischen spülgeräusch und menschen die kommen und gehen: wir haben uns. die hitze hat wieder gewonnen und wir haben ihr wieder gegeben.
später wird abend und wir haben wein und fisch und nudeln. alles glüht noch immer. du sagst: ich will das meer wieder sehen. hier sieht man kein meer. zwischen der zweiten flasche und der danach sage ich: gut, das meer.
erst betrunken, dann nicht mehr, stunden, fünf stunden, wir hören das meer, geben uns hin und schlafen ineinander. die sonne steigt nach oben. unter ein paar decken, zwischen fleisch und liebe, kommt erst wach und dann hunger auf frühstück. du sagst erst: man hat keinen hunger auf! und dann: ich will ins wasser. dort sind wir; und sagen ja. dann so etwas wie croissants im falschen land und eier in einem cafè am strand unseres meeres. wir sind am leben.
zwölf stunden später wissen wir, dass münchen immer näher kommt und dass berlin immer näher kommt.